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 Filmtipp
Zwei Meinungen
zu "Die Träumer"
Bernardo Bertoluccis "Träumer" sind glühende Cineasten in Paris. 1968. Also in einer Zeit, in der die Cinémathèque Française, die Sehschule der Nouvelle Vague, für ein paar Tage zum politischsten Ort von ganz Frankreich wurde. Der Kulturminister André Malraux entlässt Henri Langlois, den Direktor der Kultstätte. Studenten ketten sich daraufhin an deren Pforten fest. Vor der umkämpften Cinémathèque treffen Isabell und Theo auf den amerikanischen Studenten Matthew und nehmen den neuen Freund mit zu sich nach Hause. Die bürgerliche Wohnkulisse wird zum Terrain einer halbherzigen Freizeitkommune. Doch Bertoluccis Perspektive ist nicht die eines Filmhistorikers, auch nicht die eines immer noch fliegenden Pflastersteins, sondern die eines gealterten Regisseurs, der es sich auf dem Hochsitz des Väterlichen gemütlich gemacht hat. Von hier aus lassen sich die Träume seiner Helden von der Symbiose zwischen Kino und Leben, von politischer und sexueller Revolution prächtig vereinnahmen und mit nostalgischen Überstrahlungen ins Reich der Männerfantasien überführen. (Quelle: taz) Nach 5 Jahren Pause und seinem Ausflug in den Kurzfilm ("Ten Minutes Older: The Cello") begeistert Regisseur Bernardo Bertolucci mit einer Liebeserklärung an das Kino. Obwohl "Die Träumer" vor einem historischen Hintergrund spielt, ist es doch hauptsächlich ein Film über Leidenschaft - Leidenschaft für das Kino und die fleischlichen Gelüste der vor der Ernüchterung des Erwachsenwerdens stehenden Studenten im Jahre 1968. Diese werden überzeugend von dem Amerikaner Michael Pitt als Matthew ("Finding Forrester", "Murder by Numbers"), dem Franzosen Louis Garrel als Theo ("Les baisers de secours", "Ceci est mon corps") und der Französin Eva Green in ihrem Debüt als Isabelle portraitiert. Hervorgehoben seien auch das stets gelungene Produktionsdesign von Jean Rabasse und die eindringliche Cinematografie des bereits mehrfach ausgezeichneten Kameramanns Fabio Cianchetti ("L'amore probabilmente", "Canone inverso - making love"). - Ein vor allem visuell herausragender Film.

(Quelle: 030-kino.de)

Wo dieser Film in Berlin läuft erfahren sie unter Berlinonline.de...

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