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 Filmtipp
Zwei Meinungen
zu "Frühling, Sommer, Herbst, Winter und... Frühling"
Irgendwo in den einsamen koreanischen Bergen: Mitten auf einem Bergsee steht auf einem Floß ein altes, schön verziertes, tempelartiges Häusschen, dass von einem alten Mönch (Yeong-su Oh) und einem kleinen Jungen (Jong-ho Kim) bewohnt wird. Es ist Frühling und der Junge wird in den nächsten Tagen eine Lektion über den Respekt vor dem Leben anderer Wesen lernen. Jahre später: Es ist Sommer. Eine Mutter bringt ihre kranke Tochter (Yeo-jin Ha) zu dem Mönch in der Hoffnung, dass er ihr sie endlich heilen kann. Der inzwischen herangewachsene Junge (Jae-kyeong Seo) lernt nun, die Heilkräuter des Waldes anzuwenden - und es gelingt, das schöne Mädchen zu heilen. Inzwischen regen sich auch Gefühle in ihm und nach kurzer Zeit schon finden die beiden in der idyllischen Natur zueinander. Die beiden entschließen sich schon bald, gemeinsam die Einsamkeit des Tempelhauses zu verlassen und in die Welt zurückzukehren. Jahre später: Es ist Herbst. Der nun erwachsen gewordene Junge kehrt zurück zu dem alten Mönch. Er ist auf der Flucht vor der Polizei. Seine Frau hat ihn betrogen und deshalb hat er sie getötet. Nun sucht er Hilfe bei seinem Mentor. Der alte Mönch ist entsetzt, als er das erfährt. Doch bevor er ihn der Polizei übergibt, bringt er ihm auf seine Weise dazu, Buße zu tun. Der alte Mönch betrachtet die Tat seines Zöglings als Versagen seiner Erziehung und zieht deshalb auch für sich selbst drastische Konsequenzen. Weitere Jahre später: Es ist Winter. Der in die Jahre gekommene Junge hat seine Gefängnisstrafe abgebüßt und wandelt nun auf den Spuren seines Mentors: Er wird in dem einsamen und seit Jahren verlassenen Tempelhaus auf dem Bergsee selbst zum Mönch. Bald kommt eine Frau mit ihrem Baby zu dem Haus, um dem Mönch ihr Kind zu überlassen. Es ist Frühling und der Kreis schließt sich. - Das mit 4 Auszeichnungen auf dem Filmfestival in Locarno und dem Zuschauerpreis in San Sebastian bedachten Werk des koreanischen Regisseurs Ki-duk Kim ("The Birdcage Inn", "The Isle", "Address Unknown") ist eine wunderschön gefilmte Parabel über das Leben und zeigt, dass jeder Mensch, auch ein buddhistischer Mönch nicht nur positive Erfahrungen im Leben macht, sondern auch vor Grausamkeit, sexueller Begierde und Eifersucht nicht verschont bleibt. Ki-duk Kim, der auf der Berlinale 2004 gerade mit seinem neuen Film "Samaria" den Silbernen Bären gewann, zeigt, wie man kunstvolles Kino aus Fernost macht, dass auch von den westlichen Zuschauern zu genießen ist. - Sehenswert. (MR/030-Kino.de) Der Film beginnt mit der Frühlingsidylle eines paradiesischen Morgens und endet mit einem religiösen Symbol. Dazwischen aber liegt das Drama von Leben und Tod, Verbrechen und Strafe, Qual und Erlösung. Ein alter Mann und ein kleiner Junge in einem Haus, das sind Mönch und Zögling, die zusammen im Tempel leben. Die cineastische Vision der sinnbetörenden Bilder-Schönheit hat am Ende des Films ihr zweifelhaftes Ziel erreicht: Ästhetik wird Essenz, Geschichte wird zur Natur. Dialektik und Komplexität der menschlichen Handlungen werden geleugnet, wenn der Ablauf der Welt als unabänderlich begriffen wird. Der Mensch ist eingesperrt in die zyklische Wiederholungsstruktur, in der sich alles der tautologischen Erklärung unterwirft: es ist so, wie es ist..

(Quelle: taz)

Wo dieser Film in Berlin läuft erfahren sie unter Berlinonline.de...
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