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 Filmtipp
Zwei Meinungen
zu "Echte Frauen haben Kurven" von Patricia Cardoso
Ana (America Ferrera) lebt als 18jährige Tochter mexikanischer Einwanderer in Los Angeles. Gerade hat sie erfolgreich die Highschool absolviert und überlegt nun, sich für das College zu bewerben. Doch ihre Mutter Carmen (Lupe Ontiveros) hat ganz andere Pläne für sie: Ana soll zusammen mit ihr in der kleinen Textilfabrik ihrer älteren Schwester Estela (Ingrid Oliu) arbeiten - und das umsonst. Hier werden für einen Hungerlohn Kleider hergestellt, die dann der Auftraggeber in teuren Designerläden von Los Angeles mit maximalem Profit verkauft.

Doch viel schlimmer als die College-Pläne ihrer Tochter ist für Carmen das Aussehen von Ana. Viel zu fett sei sie, so wird sie nie einen Mann finden, der sie ernähren kann. Und so gibt es dann immer genug Gründe, sich zu streiten. Das sie in dieser Zeit ihre ersten Erfahrungen mit einem jungen Mann macht, kann sie aber ihrer Mutter nicht offenbaren, vermutlich würde sie sie gleich verheiraten wollen.

Als ihr Lehrer Mr. Guzman (George Lopez) ihr erzählt, sie wäre an der Columbia University in New York angenommen, und das mit Stipendium, steht sie vor der schweren Entscheidung, sich ganz von ihrer Mutter zu entfernen.

Regisseurin Patricia Cardoso landete mit ihrem zweiten längeren Film einen Publikumserfolg auf dem Sundance-Festival, doch auch die Jury war begeistert von den beiden Hauptdarstellerinnen America Ferrera und Lupe Ontiveros und vergab an beiden einen Spezialpreis, nicht unberechtigt - "Echte Frauen haben Kurven" lebt von der Lebendigkeit, den diese beiden Schauspielerinnen in den Film bringen.

Auch wenn ähnliche Geschichten schon oft erzählt wurden, der Film ist keinesfalls langweilig, im Gegenteil. Neben einer guten Portion witziger Unterhaltung erhält der Zuschauer noch einen Einblick in die Einwanderergesellschaft unweit des Glamours von Hollywood. - Sehenswert. (MR/030-Kino.de)

Frauen und ihre Pfunde. Ein Thema, bei dem sich Männern im Zweifelsfall wohlwollendes Schweigen anbietet. Oder großherzige Komplimente. Ganz sicher aber nicht die manchmal an Grausamkeit grenzende Schonungslosigkeit, mit der die Damen in "Echte Frauen haben Kurven", dem Debütfilm der Regisseurin Patricia Cardoso, sich mit ihren Körperformen auseinandersetzen. Eine bissige Offenheit, die vor allem eines ist: Sehr witzig. (...)


Trocken betrachtet erzählt "Echte Frauen haben Kurven" eine einfache Coming-of-age-Geschichte. Eine Tochter rebelliert gegen die ihr aufgezwungene Lebensplanung der Mutter und sucht einen eigenen Weg. Der charmante Humor liegt in der Umsetzung des Sujets. Die resolute Carmen läßt keine Gelegenheit aus, über das Körpergewicht ihrer Tochter mit zynischen Worten herzufallen. Mit einem kurzen, abschätzenden Blick taxiert sie das Gewicht von Anas Brüsten. Und natürlich sind die viel zu schwer geraten. Für jeden Mann. America Ferrara und Lupe Ontiveros liefern sich herrliche Dialogschlachten, ungeniert und tabulos.

Genausogut funktioniert der Film - eher unaufgeregt beiläufig - als Milieustudie. Denn in den Widersprüchen zwischen diesem Einwandererkosmos und seinen überlieferten Wertvorstellungen und einer amerikanischeren Weltsicht, wie sie die jüngere Generation vertritt, wurzeln die Konflikte. Die harte körperliche Arbeit in der Näherei der Schwester, das billige Herstellen teuerer Kostüme - obendrein in Größen, in die keine einzige der Arbeiterinnen passen würde - ist für Ana ein Unding. (...)

Trotz aller Konflikte wirkt "Echte Frauen haben Kurven" leicht und vor allem sehr warmherzig. Das liegt nicht zuletzt an den hervorragenden Darstellern und der lockeren Inszenierung Patricia Cardosos. Denn diese Geschichte hätte man auch düster und problemverhangen erzählen können. So ist es aber ein Film geworden, den viele erleichtert, wenn auch nicht leichter verlassen werden.

(Quelle: br-online.de)


Wo dieser Film in Berlin läuft erfahren sie unter Berlinonline.de...
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