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 Filmtipp
Zwei Meinungen
zu "2LDK" von Yukihiko Tsutsumi
Lana (Maho Nonami) und Nozomi (Eiko Koike) sind zwei junge, aufstrebende Schauspielerinnen. Beide sind beim Casting für die Hauptrolle des Films "Yakuza-Frauen" als letzte übriggeblieben. Morgen früh werden sie erfahren, wer die Rolle bekommt. In der Zwischenzeit sind sie solange in einer Wohnung des Produzenten einquartiert.

Doch diese eine Nacht wird alles andere als friedlich. Die anfänglichen Sticheleien weiten sich schon bald in ein handfestes Duell aus. Dabei stehen sich die beiden in ihrer Kreativität bei der Benutzung der Wohnungseinrichtung und der Küchegeräte als Waffen in nichts nach. Bald wird klar: nur wer hier überlebt, bekommt die Rolle. Das es dabei mehr als blaue Flecke geben wird, liegt auf der Hand.

"2LDK" ist Teil des "Duell-Projektes" der beiden Regisseure Ryuhei Kitamura und Yukihiko Tsutsumi. Während sich in Kitamuras Film "Aragami" eher konventionell ein Dämon und ein Schwertkämpfer mit Klingen bekämpfen, wird der Zuschauer in Tsutsumis Film mit einer völlig anderen Art eines Duells konfrontiert. Die Wahl der Waffen nimmt dabei immer mehr groteske und absurde Züge an, bis des Werk am Ende schließlich zu einem richtig unterhaltsamen Splatter-Film ausartet.

Die beiden Darstellerinnen Maho Nonami und Eiko Koike spielen ihre Rollen so grandios, da fällt es nicht auf, dass sie die einzigen Menschen sind, die überhaupt in diesem Film zu sehen sind. "2LDK" ist allen zu empfehlen, die schwarzen Humor lieben und bei spritzendem Blut nicht gleich aus dem Kino rennen. - Sehenswert.

(MR/030-Kino.de)
(...) Es klingt nach einer typischen Schnapsidee, aber "2LDK"-Regisseur Yukihiko Tsutsumi versichert, die Idee sei in völliger Nüchternheit entstanden, als er und Ryuhei Kitamura sich auf einem Filmfest in Deutschland kennen lernten und, anstatt sich zu betrinken, miteinander ins Gespräch kamen. Heraus kam das "Duel Project": Zwei Regisseure machen zwei Filme mit einem Thema - eine Konfrontation zwischen zwei Protagonisten auf Leben und Tod. Schauplatz: ein Raum. Dauer: eine Nacht.

In Kitamuras "Aragami" kreuzen ein Dämon und ein Schwertkämpfer die Klingen, für seinen "2LDK" wählte Tsutsumi den Zickenterror in einer Wohngemeinschaft. Die Hölle, das sind die anderen, vor allem, wenn sie sich Mitbewohner nennen. Das kann das japanische Kino immer noch am schönsten, die Entwicklung einer völlig absurden Situation aus plausiblen Prämissen (man denke etwa an die Filme von Sabu wie "Monday" oder "Unlucky Monkey"). Doch wie lange werden solche Szenarien noch als unrealistische Übertreibung angesehen? Dass das Wettrennen um Markt- und Gewinnchancen in Zeiten verschärfter Konkurrenz mitunter nur durch die Eliminierung des Gegners gewonnen werden kann, wird auf allen Kanälen vorgebetet.

Genau zehn Jahre ist es her, dass Eiskunstläuferin Tonya Harding ihre schärfste Konkurrentin Nancy Kerrigan durch eine gezielte Attacke aus dem Weg räumen ließ. Seither ist das Duell als Konfrontationsform ein medial beliebtes Sendeformat geworden. Die konfrontative Zweierkonstellation macht die Dinge einfach: Schröder oder Stoiber, Schumi oder Button, Bremen oder Bayern. Alles folgt der Logik des "Auge um Auge", der Anschein des Regelgerechten wird gewahrt, wo es in Wahrheit um alles oder nichts geht. Wem die Wohnwagen-Prügelei zwischen "Black Mamba" und der "Braut" in "Kill Bill 2" zu kurz oder zu harmlos war, darf sich auf diesen Film freuen."

(Quelle: taz)


Wo dieser Film in Berlin läuft erfahren sie unter Berlinonline.de...
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