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 Filmtipp
Zwei Meinungen
zu "5x2" von François Ozon
Marion (Valeria Bruni Tedeschi) und Gilles (Stéphane Freiss) haben sich auseinander gelebt. Ihre Ehe, die auch einen Sohn hervorgebracht hat, wird geschieden. Fast teilnahmslos sitzen beide am Tisch und hören dem Beamten zu, der ihr Scheidungsurteil mit all seinen Details vorliest. Zum Abschied beschließen beide, noch ein Mal Sex in einem Hotel zu haben. Doch das Erlebnis wird nicht besonders schön für Marion.

Wie ist es zu der Scheidung gekommen? Wie haben sich die beiden kennen gelernt? Der Zuschauer erfährt dies in 4 weiteren Episoden, die alle immer weiter in der Zeit zurück gehen. So handelt eine Episode von der Geburt des Sohnes, die Marion ohne Gilles durchstehen muss. Dieser konnte sich zwar aus seinem Büro loseisen, doch offenbar muss er sich noch einige Gedanken über sein Kind machen, denn er lässt sich viel Zeit und kommt mit 3-stündiger Verspätung im Krankenhaus an.

In einer weiteren Episode erfährt der Zuschauer, dass schon die Hochzeitsnacht für die beiden durchaus als ungewöhnlich zu bezeichnen ist. Während Gilles halb betrunken auf dem Hotelzimmer einschläft, schlendert Marion an einen nahe gelegenen See und hat ein sexuelles Abenteuer mit einem Amerikaner.

Regisseur François Ozon erzählt nach "Swimming Pool" und "8 Frauen" mit "5x2" eine recht normale und unspektakuläre Geschichte. Diese wird jedoch durch das konsequente Rückwärts-Erzählen auf interessante Weise in Szene gesetzt. So entstand eine ganz eigene Art von Episodenfilm und die Aufmerksamkeit des Zuschauers wird auf andere Fragen gelenkt - nicht "Wo wird es enden?", sondern "Wie ist es dazu gekommen?".

Einen sehr großen Anteil am Gelingen des Films haben auch die beiden Hauptdarsteller Valeria Bruni-Tedeschi, die bereits in über 50 Filmen mitgespielt hat - zuletzt in "Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr", "Milch der Zärtlichkeit", "Die Farbe der Lüge" und "Ist Liebe nur ein Wort?" - und Stéphane Freiss, der in Deutschland eher weniger bekannt ist. - Sehenswert.

(MR/030-Kino.de)
(...) Das Zahlenspiel im Titel gibt nichts weiter als die Rezeptur an: "5 x 2" schärft in fünf Episoden den Blick für das Scheitern einer Ehe. François Ozon, der spätestens seit "8 Frauen" und "Swimmingpool" als Jongleur mit Genre-Versatzstücken wie auch als Schauspieler-Regisseur bekannt ist, hat sich hier für eine konsequente Rückblendenerzählung entschieden.

Das Ende, die Scheidungsszene, steht am Anfang, jede Episode führt weiter zurück in die Vergangenheit, und so wird die Zuschauerneugier zwangsläufig darauf angesetzt, Indizien dafür zu suchen, was das Paar auseinander trieb. Wohin verschwindet das wahre Leben in all den Inszenierungen des falschen?, fragt der Film, wenn er seine analytische Erzählform mit schmachtenden italienischen Canzone auflädt und zum Ende hin die Begegnung des Paares rot einfärbt wie eine kitschige Werbung für den Flirturlaub am Meer.

Nicht nur lässt François Ozon der Geschichte seiner beiden Mittdreißiger Marion (Valeria Bruni-Tedeschi) und Gilles (Stéphane Freiss) keine Chance, die einzelnen Kapitel seines Films kreisen wie eine Versuchsanordnung um das Trauerthema. Diese Generation Pariser Wohlstandsbürger hat nicht gelernt, wie sie leben soll.

Die Eingangsepisode zeigt, wie Marion und Gilles das von ihren Anwälten mit allen grotesken Details vorbereitete Scheidungsurteil zur Kenntnis nehmen und die quälende Prozedur im Schmerz und Trotz isoliert aushalten. Mit dieser ersten Sequenz steht fest, dass "5 x 2" ohne die schauspielerische Leistung seiner Protagonisten an seiner Konstruiertheit ersticken würde.

Auch Françoise Fabian und Michael Lonsdale als Marions Eltern nutzen den Spielraum, den Ozons minimalistische Dramaturgie öffnet, und geben als Marions notorisch nörgelnde, dennoch untrennbare Eltern ein anrührendes Buffopaar im Generationenclinch der Beziehungskatastrophen ab. (...)

(Quelle: taz.de)


Wo dieser Film in Berlin läuft erfahren sie unter Berlinonline.de...
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